Vielleicht schon morgen

Dorothee Sölle, das wissen eher die Älteren unter uns, war eine viel beachtete, sehr geschätzte Theologin (1929-2003), die in der evangelischen Kirche groß wurde und sehr bald schon eigenständig und eigenwillig die christliche Botschaft hinterfragte. Vielleicht schon morgen Ihr Blick ging noch weiter: Sie schwankte zwischen einer theistischen und atheistischen Grundhaltung, war aber immer wieder um eine positive Weltsicht bemüht (Hoffnung!). Der unklare Buchtitel dieses Bandes wird klarer, wenn man die Überschrift zum 1. Kapitel liest: "Vielleicht schon morgen könnt ich sehen nicht nur glauben". Noch klarer ist das letzte "Gedicht", ganz am Ende des Buches. In ihrem "Credo" (aus dem Jahr 1969) entfaltet Sölle beachtlich detailliert, an welchen Gott sie glaubt und was dieser Gott von den Menschen erwartet. – Fulbert Steffensky, ihr zweiter Ehemann, hat diesen neuen Band zahlreicher Gedichte der engagierten Poetin zusammengestellt. Auch für junge Leute von heute ein großer Gewinn. – Es ist ein handliches Buch, gut zu lesen, je öfter man sich darin versenkt. Vielleicht liest es trotzdem "nur" eine Minderheit. Aber Dorothee Sölle liebte Minderheiten.

Hardy Scharf

Hardy Scharf

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Vielleicht schon morgen

Vielleicht schon morgen

Dorothee Sölle
bene! (2024)

157 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 753813
ISBN 978-3-96340-303-3
9783963403033
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL, Re
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