Drinnen-Draußen
Als Neunjährige kam die Autorin als Tochter des italienischen Botschafters nach Teheran. Die Familie lebte in einem ehemaligen Prinzenpalast mit riesigem Garten. Ein Paradies zum Spielen für Chiara und ihren Bruder. Von Ferne dringt jeden Tag der
Lärm von Schüssen und Luftschutzsirenen herein; die Mutter beruhigt die Kinder. Eines Tages sieht das Mädchen einen einheimischen Buben am Zaun, der bald zu ihr nach innen klettert. Damit ist für sie die gefühlt schützende Mauer niedergerissen. Trotzdem träumen sie gemeinsam von den Geschichten der persischen Vergangenheit. Chiara will Massoud ihr T-Shirt schenken, doch er lässt es liegen, bis er bald darauf eine kleine Schnitzerei, ein Kätzchen mitbringt. - Auch heute noch, so schreibt die Autorin im Nachwort, gibt es die Männer mit Bärten und Gewehren. Und sie besitzt auch das Kätzchen noch. Das Buch ist durchgängig in holzschnittartiger Manier illustriert. Bei den Drinnen-Seiten dominiert grün, während "Draußen" in grellen Rottönen koloriert ist. Die Assoziation zu russischen Revolutionsplakaten ist unverkennbar; für die jungen Adressaten wirken sie ebenso drastisch. Ein Kinderbuch, das die Vermittlung durch Erwachsene benötigt.
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Drinnen-Draußen
Chiara Mezzalama ; Illustrator: Régis Lejonc ; aus dem Französischen von Nicola T Stuart
Verlagshaus Jacoby & Stuart (2023)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9