Wie ein Hund
Ein Hungerkünstler lockt auf seiner Plattform das sensationslüsterne Publikum an. Doch nach 40 Tagen beendet sein Impresario stets die spektakuläre Aktion, bevor das Publikum sich zu langweilen beginnt. Irgendwann ist seine spektakuläre Kunst nicht
mehr gefragt. In einem Zirkuskäfig vegetiert der namenlose Künstler bei schwindendem Interesse dahin, doch von seiner Nahrungsverweigerung will er nicht lassen. Der kroatische Illustrator, Comiczeichner und Animationskünstler Danijel Žeželj schuf eine surreale mit Licht-/Schatten-Strukturen arbeitende Graphic Novel über Sucht, Kunstverständnis und Sensationsgier. Die reduziert angelegte, frei interpretierte Franz Kafka-Story wurde mit Elementen aus weiteren Werken wie „Das Schloss“ oder „Eine kaiserliche Botschaft“ versetzt. Damit entwirft Žeželj eine expressionistisch-düstere, schattenhafte Welt, in welcher der Einzelne sich in seinen Obsessionen zu verfangen droht. Einige der Originalexte wurden im Anhang komplett abgedruckt.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Wie ein Hund
Danijel Žeželj ; nach Texten von Franz Kafka
avant-verlag (2024)
[unpaginiert]
kt.