Leib
Lisa, die bisher alles mit ihrer Freundin Lena teilte, ob Begeisterung für den Turnsport oder auch mal einen Döner, fühlt sich plötzlich ausgegrenzt. Alles erschien so normal in der von ihr geliebten Routine, doch mit einem Mal muss sie sich neu
orientieren. Lena ist außerhalb des Sportvereins nicht mehr ihre BFF und hat andere Interessen. Gleichzeitig macht Lisa ihr neues Körpergefühl zu schaffen, Unsicherheit und Scham befallen sie besonders beim Sport. Sie wird sehr sensibel für das Verhalten ihrer Umgebung, die geschlechtsspezifischen Anforderungen beim Turnen und beginnt Dinge zu hinterfragen. Leider sind die Antworten oft unzureichend. Hat sie sich bisher sehr über den Sport definiert, so stellt sie auch diese Routine infrage, als sie mehr über die politische Gesinnung des "Turnvater" Jahn erfährt. Ihr Fazit: Man muss Sachen nicht immer weiterverfolgen, weil man es halt so macht oder immer so gemacht hat. Lisa ist bereit für Weiterentwicklung. Einfach, aber ausdrucksstark, hält Sinram in Schwarz-Weiß-Zeichnungen die Gefühle der Charaktere in Mimik und Körperhaltung fest, die Schauplätze des Geschehens treten eher in den Hintergrund. Insgesamt eine zeichnerisch und auch inhaltlich gut umgesetzte Graphic Novel für Heranwachsende. – Für alle Bestände gut einsetzbar.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Leib
Lias Sinram
avant-verlag (2025)
214 Seiten
kt.