Strong men
Im Sachcomic 'Strong Men' geht es um Männer, deren Männlichkeit nach außen Stärke suggeriert. Gerade in der Politik begegnen uns täglich diese nicht selten autoritär agierenden Staatslenker wie etwa der gegenwärtige amerikanische Präsident
Donald Trump. Für den Autor ist diese inszenierte Männlichkeit zugleich ein Indiz für eine fragile und unsichere Persönlichkeit, die durch ihr Macho-Gehabe überkompensiert wird. In seiner ausführlichen, mit vielen teils bei uns weniger bekannten Beispielen belegten, sachlichen, dabei immer wieder humorvollen Betrachtung schlägt der Autor dabei einen großen kulturhistorischen Bogen von antiken Personen wie etwa Alexander dem Großen hin zu Politikern, Popstars und Internet-Influencern der Gegenwart. Neben der Auseinandersetzung mit solchen Manfluencern wie dem umstrittenen Briten Andrew Tate fokussiert er dabei seine textlich umfangreichen Überlegungen auf die beiden Themen 'Macht' und 'Internet-Memes'. Bei letzteren geht es um die Verbreitung oftmals auch frauenfeindlicher oder rechtsextremer, einprägsamer, leicht reproduzierbarer und anschlussfähiger Botschaften von Männern im Netz, die eine Gefahr für die Demokratie und das Zusammenleben darstellen. Grafisch sind die Darstellungen mit einfachen, oftmals strichzeichenhaften Illustrationen unterlegt, die vorwiegend mit Primärfarben coloriert werden. Eine zum Nachdenken anregende Graphic Novel zu einem wichtigen Thema für eher etwas größere Bestände.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Strong men
Meikel Mathias
avant-verlag (2026)
157 Seiten : farbig
kt.