Rhododendron
Eines Tages, es geschah ganz plötzlich, begann Jakob zu schrumpfen. Sein Spiegel im Bad war ihm plötzlich zu hoch, sein Schreibtisch in der Arbeit zu groß. Als er dann auch noch seinen Job verliert, da die Kunden gerne "große Männer" hätten,
schrumpft er auf dem Heimweg so sehr, dass er die Orientierung verliert. Er kämpft sich durch Wälder aus Gras und Blumen und irgendwann, auf einem Rhododendron, trifft er Flora, die ebenfalls ihr Zuhause verloren und sich verirrt hat. Sie schließen sich zusammen und setzen die abenteuerliche Reise durch Gestrüpp und Pfützen gemeinsam fort. Bis sie irgendwann erkennen, dass sie eigentlich schon etwas viel Besseres gefunden haben, als ihr ehemaliges zu Hause: nämlich sich. – Eine fantastische, poetische Geschichte über die Suche nach dem Sinn des Lebens. Für kleinere Zuhörer ist die Botschaft an sich wahrscheinlich nicht nachvollziehbar, sie werden sich aber an den warmen, in grün- und Rottönen gehaltenen, großflächigen Illustrationen erfreuen. Durch die ungewöhnlichen Perspektiven des schrumpfenden Jakobs ergeben sich fantastische Bildwelten, die einladen, die alltäglichen Dinge auf eine neue Weise zu betrachten. Eine Nussschale wird zum Boot, ein Spinnennetz zur Wäscheleine. Wunderschön.
Denise Müller
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Rhododendron
Davide Calì & Illustration: Marco Paschetta
Carl Auer (2024)
Carl-Auer Kids
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4