Übertretung

Belfast 1975: Zwischen Katholiken und Protestanten herrscht Bürgerkrieg. Die junge katholische Lehrerin Cushla Lavery lebt im Haus ihrer alkoholabhängigen Mutter Gina. Nach der Schule hilft sie im Pub ihres Bruders Eamonn aus. Dort lernt sie den Übertretung Protestanten Michael Agnew kennen, der sie vor betrunkenen Soldaten beschützt. Wenig später trifft sie ihn zufällig wieder. Er vertritt als Prozessanwalt Katholiken und er erklärt ihr, dass der Konflikt sich zuspitze, weil man die Kluft zwischen den Konfessionen genutzt habe, um die Arbeiterschaft zu spalten. Michael bittet sie, ihm und seinem liberalen Freundeskreis Irisch-Lektionen zu erteilen. Sie fängt eine heimliche Affäre mit dem verheirateten Mann an. Gleichzeitig sorgt sie sich um einen Schüler, den ausgegrenzten Drittklässler Davy McGeown. Als sein Vater zusammengeschlagen wird und fast stirbt, fährt Cushla mit Lebensmitteln ins Viertel der McGeowns. Dort muss sie erkennen, dass die Familie in Angst und Schrecken lebt. Alle werfen Davys Mutter vor, dass sie einen Katholiken geheiratet hat, was schlimmer ist als selbst Katholikin zu sein. – Louise Kennedys später Debütroman ist eine bittersüße Liebesgeschichte im Strudel der sektiererischen Auseinandersetzungen.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Übertretung

Übertretung

Louise Kennedy ; aus dem Englischen von Claudia Glenewinkel und [einem weiteren]
Steidl (2023)

306 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 752181
ISBN 978-3-96999-259-3
9783969992593
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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