Rückkehr nach Tomioka
Erst verloren sie 2011 ihre Eltern durch den Tsunami, dann mussten sie mit ihrer Großmutter Ba-Chan ihre Heimat verlassen – für Akiko und ihren jüngeren Bruder Osamu eine existenzielle Herausforderung, die durch den Tod Ba-Chans noch intensiviert
wird. Akiko verwirklicht sich in den sozialen Medien als Influencerin, während sich Osamu abschottet und in einer Fantasiewelt mit verschiedenen Geistern, den Yokai, lebt. Ba-Chan hat nicht nur seine große Vorstellungskraft, sondern auch sein Traditionsbewusstsein geweckt. So macht er sich nach deren Tod unerschrocken mit Akiko auf eine gefährliche Reise in die verseuchte und zur Sperrzone erklärte Heimat nahe Fukushima, um Ba-Chan im Familienschrein die letzte Ehre und Ruhe zu gewähren. – Die immer noch vorherrschenden Ängste und Einschränkungen dieser Nuklearkatastrophe werden sehr stimmig in Text und Bild – hier in fokussierter Darstellung und Farbgebung – umgesetzt. Eine besondere Graphic Novel, die jungen Leser:innen die Geschichte einer sehr traditionsverhafteten Kultur einfühlsam mit altersgerechten, authentischen Protagonisten nahebringt. 2025 mit einem französischen Comicpreis ausgezeichnet, ist dieses Werk von Laurent Galandon (s.a. BP/mp 16/832: "Ein Leben im Tode", "Fake Story" – BP/mp 22/181) für alle Comic-Bestände sehr zu empfehlen.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Rückkehr nach Tomioka
eine Geschichte von Laurent Galandon ; Zeichnungen: Michaël Crouzat ; aus dem Französischen von Tanja Krämling
toonfish (2025)
97 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10