Caledonian Road
Campbell Flynn schreibt im Mai 2021 in London eine Biografie über Vermeer. Daneben geht er eher lustlos universitären Tätigkeiten nach. Er taucht auch in die Welt der Mode ein, indem er Artikel schreibt und Kampagnen begleitet. Oft trifft er sich
mit seinem Freund William, der mit seinem Unternehmen vor dem Ruin steht, und Geld veruntreut haben soll. Dazu kommt eine Reihe illustrer Figuren aus dem familiären und gesellschaftlichen Umfeld. Hinter allen stehen Geldmangel, Langeweile und Abstieg. Dem entgegenwirken soll Campbells neues Buch "Männer, die in Autos weinen". Dies soll enorm viel Geld bringen. Andrew O'Hagan erzählt vom sich ändernden Leben der Generationen, von einer gelangweilten Oberschicht der (vermeintlich) Reichen und Schönen und derjenigen, die denken, auch dazuzugehören, und sich in sinnentleerter Konversation ergehen. (Anmerkung: Ein Chateau Montrose zur Seezunge ist doch sehr gewagt.) Das vorangestellte umfassende Personenverzeichnis erleichtert die Lektüre. Für Außenstehende eine genussvolle Lektüre.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Caledonian Road
Andrew O'Hagan ; aus dem Englischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié
park x ullstein (2024)
781 Seiten
fest geb.