Anton Bruckner & Sankt Florian
Bruckners erster Wirkungsort und seine letzte Ruhestätte, das oberösterreichische Stift St. Florian, hat sich zur Feier des 200. Geburtstags seines weltberühmten Sohnes herausgeputzt, erneuert und modernisiert. Dokumentarischer Schmuckstein: dieses
besonders die Anfänge des Lebens und Wirkens des großen katholischen Lehrer-Komponisten schildernde Buch, das einen "neuen, strikt quellenorientierten Zugang zu einer einzigartigen Künstlergeschichte" ermöglicht. Würdevoll und mit teilweise bisher unbekanntem Archivmaterial versehen, kommt der keine Wünsche für Auge und Hirn offenlassende Band daher (nur leider ohne Zeittafel und CD). Die Autoren verzichten nicht ganz auf Anekdotisches, verarbeiten kritisch Legendäres und gehen dem in St. Florian begonnenen und dann auch (nach Linzer und Wiener Jahren) beendeten Leben einer weit über die Grenzen Österreichs anerkannten Musiker- und Tonsetzer-Persönlichkeit der Spätromantik akribisch nach. Der gewichtige, leserfreundlich gestaltete Band legt besonderen Wert auf die Anfänge des Genies im Stift St. Florian, "einem Ort von Welt". Ein Kapitel ist der Beziehung der Bruckner-Brüder Anton und Ignaz gewidmet. Die Bebilderung des Bandes, wozu zahlreiche Dokumente, Noten, Briefe und Urkunden zählen, ist nicht weniger attraktiv als der das Buch abschließende Katalog, der es zum Begleiter der Jubiläums-Schau im neu gestalteten Bruckner-Museum erhebt. – Größeren Beständen sei dieser Band sehr empfohlen.
Hans Gärtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Anton Bruckner & Sankt Florian
herausgegeben von Friedrich Buchmayr und Felix Diergarten
müry salzmann (2024)
269 Seiten : zahlreiche Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.