Das Buch zum Film
Der österreichische Autor Clemens J. Setz versammelt in seinen Aufzeichnungen eine kurze Auswahl aus Tagebuchnotizen der Jahre 2000 bis 2010. Nach dem Abitur arbeitete er als Zivildienstleistender mit zum Teil Schwerbehinderten, was für den jungen
Mann fast zur Überforderung führt. Er spart auch seine traumatische Kindheit mit einem gewalttätigen Alkoholiker-Vater nicht aus. Danach beginnt er das Studium der Germanistik und Mathematik. Nebenher führt er eine belastende Beziehung mit einer psychisch kranken Frau. Zwischen all dem Leid formuliert er poetische Sätze wie „Manchmal hört man das Flügelschütteln des Universums sogar beim Schubkarrenschieben im Regen“ (S. 31). Darin zeigt sich sein Werdegang zum Schriftsteller, dessen diverse Auszeichnungen 2021 im Büchnerpreis gipfelten, dem wichtigsten deutschsprachigen Literaturpreis. Im Vorwort zu seinen Notizen hebt er den jungen Mann, der er war, als Konzept hervor, das nur so lange existiere, wie es gelesen werde. – Der Band ist für alle Fans des Autors besonders interessant, weniger für ein breites Publikum.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Buch zum Film
Clemens Setz
Jung und Jung (2025)
167 Seiten
fest geb.