Klaus Maria Brandauer
Von Hendrik Höfgen in dem Film 'Mephisto' bis zum 'König Lear' am Burgtheater spürt Pohl ausgewählten Rollen und deren Interpretation durch Klaus M. Brandauer detailliert nach. Dabei bezieht er auch den Regisseur Peter Stein mit ein, mit dem Brandauer
häufig zusammenarbeitet. Pohl setzt die Theaterarbeit der beiden in Bezug zur gesellschaftlichen und politischen Realität und beweist dabei viel Gespür für die Tief- und Abgründe der Figuren und die schauspielerischen Nuancen ihrer Interpretation. Leider verliert sich Roland Pohl häufig in gewundenen Anspielungen und Umschreibungen. Die Freude an eigenen Wortspielen ist dabei häufig größer als der Wille, die Leser mitzunehmen. So wird aus dem Regisseur Einar Schleef zwischendurch der 'Stotterer vom Kyffhäuser' (S. 89) - was nicht näher erläutert wird (Schleef hatte eine Sprachstörung)- und wer so ungebildet ist, dass er nicht weiß, dass die 'Duse vom Nil' (S. 95) Kleopatra ist, der hat eben Pech gehabt. Zwei eher noch harmlose Beispiele. Daher: Ein Buch von einem Feuilletonisten wohl für Feuilletonisten geschrieben.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Klaus Maria Brandauer
Ronald Pohl
Braumüller (2014)
207 S.
fest geb.