Das dicke Ende
Der Autor konfrontiert Menschen mit Übergewicht mit der schonungslosen Wahrheit, was sie ihrem Körper, ihrer Lebensqualität und der Solidargemeinschaft antun. Fürs Dicksein macht Jahn zum großen Teil seelische Gründe aus. Der Kampf gegen die
Kilos gelinge am besten mit einem ganzheitlichen Konzept und Unterstützung durch Experten. - Der Autor gibt vor, Menschen, die mehr wiegen, nicht diskriminieren zu wollen, tut aber genau das schon allein dann, wenn er sie abwertend als "Dicke" bezeichnet. Viele Thesen sind zudem umstritten. So gibt es Hinweise, dass ein Übergewicht in Maßen sogar lebensverlängernd sein kann. Auch einige Punkte zur Ernährung, etwa das Verdammen von Kohlenhydraten, sind so pauschal nicht korrekt. Misstrauen sollte auch die für ein Werk mit scheinbarem wissenschaftlichen Anspruch sehr dünne Literaturliste wecken, in der sogar die BILD-Zeitung Platz findet. Nicht empfohlen.
Nicole Schuster
rezensiert für den Borromäusverein.
Das dicke Ende
Burkhard Jahn
Braumüller (2015)
207 S. : Ill., graph. Darst.
fest geb.