Durch die Zeit in meinem Zimmer

Elias, Schulabbrecher, kommt mit den Regeln der Gesellschaft nicht zurecht, ist unfähig sich zu integrieren. Der unangepasste junge Mann haust allein in einem kleinen Zimmer, das ihm der betuchte Vater, der sich sein ganzes bisheriges Leben nicht Durch die Zeit in meinem Zimmer für ihn interessiert hat, finanziert. Er macht Gelegenheitsjobs und lebt ohne feste Bindungen mehr schlecht als recht vor sich hin. Die Nächte verbringt er in zwielichtigen Kneipen, bei den Außenseitern, Unangepassten und Ausgegrenzten. Tagsüber schläft er in seinem Zimmer, einzig sein Interesse an der Musik und der Literatur bleibt ihm erhalten. Aber dieses Leben am Rande der Gesellschaft macht ihn irgendwann krank, er leidet unter Fieberfantasien. Er liegt in seinem Zimmer und begibt sich im Geist auf eine fantastische Reise über die Grenze, in die Berge, ans Meer. In seinen Wahnvorstellungen gelangt er zum "Schwarzen Schloss", einem magisch-mystischen Ort im Niemandsland einer verschneiten Bergödnis. - Der Roman des österreichischen Schriftstellers, Musikers und Song-Schreibers Alfred Goubran ist eine brillante Erzählung über einen unkonventionellen Menschen auf der Suche nach sich selbst. Schnörkellos und mit bildhafter Sprache entspinnt der Autor eine immer mehr ins Abstrakte übergehende Geschichte, in der die Handlungsebenen verschwimmen und sich am Ende die Grenzen zwischen Schein und Wirklichkeit völlig verwischen. Ein anspruchsvolles kleines Buch, nicht ganz leicht, aber berührend und zum Nachdenken anregend. Sehr empfohlen.

Günther Freund

Günther Freund

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Durch die Zeit in meinem Zimmer

Durch die Zeit in meinem Zimmer

Alfred Goubran
Braumüller (2014)

196 S.
fest geb.

MedienNr.: 398536
ISBN 978-3-99200-104-0
9783992001040
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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