Blaupausenwelt
Wäre es nicht wunderbar, wenn jedes Kind frei von erblichen Fehlern und genetischen Unzulänglichkeiten, ja, quasi perfekt auf die Welt käme? Astrid Ebner beschreibt diese Utopie in ihrem Debütroman sehr eindrücklich. In einer Welt, in der dies
möglich ist, wird die Fortpflanzung zum Statussymbol. Als Susanne ihr Kind verliert, bricht für sie und Hanno eine Welt zusammen, denn eine weitere "Edition" werden sie sich nicht leisten können. Und wäre es nicht unverantwortlich, ein natürlich gezeugtes Kind zu bekommen? Lilly und Bret treten als Vlogger auf und lassen die ganze Welt an ihrem alle Kulturen und Hautfarben verbindende Eine-Welt-Baby teilhaben. Und dann sind da noch Janes und Mara, für die es die Traumata ihrer Vorfahren sind, die sie in sich tragen und unter keinen Umständen vererben möchten. Ein feinfühliger, nachdenklich stimmender Roman über Fluch und Segen der Technik und welche Eingriffe in die Natur wir zulassen möchten. Kein Buch für ein breites Publikum und dennoch ein empfehlenswertes.
Barbara Dorn
rezensiert für den Borromäusverein.
Blaupausenwelt
Astrid Ebner
braumüller (2023)
220 Seiten
fest geb.