Swamplandia
Die Familie Bigtree, bestehend aus dem Chief, der Mutter Hilola, dem Sohn Kiwi und den Töchtern Osceola und Ava, lebt abgeschieden von der Zivilisation auf einer Insel vor der Küste Floridas in einer Sumpflandschaft voll von Alligatoren. Sie betreiben
einen Vergnügungspark: Swamplandia. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 13-jährige Ava, die nach dem Krebstod der Mutter plötzlich auf sich allein gestellt ist. Hilola Bigtree war der Star Swamplandias. Sie sprang in Wasserbassins voller Krokodile und rang diese nieder. Nach ihrem Tod bleibt das Publikum weg, der Vergnügungspark steht vor der Schließung. Nachdem Vater und Bruder die Insel verlassen haben, um die Finanzen zu verbessern und Swamplandia zu retten, bleibt Ava zurück und versucht, ihre entschwundene Schwester zu finden. Dazu wagt sie eine gefährliche Flussfahrt, um die Schwester aus der Unterwelt, wo diese sich angeblich mit dem Geist eines Verstorbenen vermählt hat, zu befreien. Dieses Abenteuer, das den längsten Teil des Buches ausmacht, unternimmt sie gemeinsam mit einem rätselhaften "Vogelmann", der sich letztlich als Vergewaltiger entpuppt. Eine ziemlich schräge Geschichte mit rührendem Happy End, die aber den Leser mit großartigen Beschreibungen von Alligatoren und Sümpfen fesselt und mit einer fabelhaften Fabulierfreude. (Übers.: Simone Jakob)
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Swamplandia
Karen Russell
Kein & Aber (2011)
506 S.
fest geb.