Lot
Das Leben der Protagonisten der Erzählungen, hauptsächlich afroamerikanische oder hispanische Bewohner eines Problemviertels der Großstadt Houston, spielt sich ab zwischen Drogenhandel und -konsum, Revierkriegen, Vätern, die ihre Familie verlassen,
Prostitution, Schießereien, Alkohol und dem gemeinsamen Hass auf die Weißen. Washington lässt seine Figuren aus der Ich-Perspektive erzählen: so der Junge, der wegen seiner Mutter im Viertel bleibt und nicht wagt wegzugehen, obwohl er seine Homosexualität entdeckt hat, die im Viertel nicht toleriert wird; auch werden Affären mit “Whiteboys” nicht gern gesehen. Der Autor benutzt eine unsentimentale Sprache, die Protagonisten werden nicht zu Opfern stilisiert. Und dennoch bleibt beim Leser ein deprimierendes Gefühl der Hoffnungslosigkeit. “Egal, wohin du sie steckst, Niggas bleiben ihren Lastern treu … nichts ist fair”. Ein beeindruckender Band über eine bedrückende Wirklichkeit.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Lot
Bryan Washington ; aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence
Kein & Aber (2022)
234 Seiten : Karte
fest geb.