Dream Count
Der lange erwartete neue Roman der gebürtigen Nigerianerin Chimamanda Ngozi Adichie ist für mich eines der besten Bücher dieses Frühlings. Adichie erzählt die Geschichten von vier schwarzen Frauen, die sie kunstvoll miteinander verwoben hat. Der
Roman beginnt und endet mit den Gedanken, die sich die Reiseschriftstellerin Chiamaka im Corona-Lockdown über ihre vergangenen Liebschaften macht. Der Titel "Dream Count" bezieht sich auf die verpassten Chancen im Leben eines Menschen. Das Herzstück des Romans und die zentrale Geschichte ist der sexuelle Missbrauch des Zimmermädchens Kadiatou, das bei Chiamaka als Haushälterin arbeitet. Ihr Kampf gegen Vorverurteilungen erinnert an die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Dominique Strauss-Kahn und den Prozess. – Ein wichtiger feministischer Roman, dessen Lektüre lange nachhallt. Für alle Bestände geeignet.
Katja Strippel
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Dream Count
Chimamanda Ngozi Adichie ; aus dem Englischen von Asal Dardan und Jan Schönherr
S. FISCHER (2025)
527 Seiten
fest geb.