Die Geschichte der Gewürze
Sie sind viel mehr als schnödes Aroma in der Küche: Seit jeher sind Gewürze Kostbarkeiten, traditionelle Heilmittel und teuer bezahlte Handelswaren. Pfeffer, Vanille, Zimt etc. mussten aus fernen Ländern nach Europa geschafft werden, eine langwierige
und oftmals gefährliche Angelegenheit. So konnten sich lange vor allem Herrscher Gewürze leisten und sie waren Zeichen von Macht und Reichtum. Die Reisen in ferne Länder und auf andere Kontinente sind allerdings auch der Beginn der Kolonialisierung weiter Teile der Erde. Vor allem Spanien, Portugal und die Niederlande entsandten Abenteurer nach Afrika, Asien und Amerika. Der Gewürzhandel mit Asien bescherte beispielsweise der niederländischen Ostindien-Kompanie reiche Gewinne und sorgte zuhause für das „Goldene Zeitalter“ und das Anwachsen Amsterdams zu einer der Metropolen der Welt. In den Kolonien bedeutete das allerdings Unterwerfung und Versklavung unzähliger Menschen. - Der norwegische Wissenschaftler Thomas Reinertsen Berg hat eine spannend zu lesende Kulturgeschichte der Pflanzen, der Gewürze und der Menschen (in den Heimat- wie Handelsstaaten) geschrieben. Viele historische Abbildungen illustrieren das Buch, das Literaturverzeichnis mit internationalen Quellen ist beeindruckend. - Ein sehr attraktives, nicht ganz billiges Buch für größere Büchereien, das viele neue Erkenntnisse bietet und sich auch zur Vorbereitung von Referaten, Facharbeiten etc. eignet.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Geschichte der Gewürze
Thomas Reinertsen Berg ; aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob und [zwei weiteren]
Haupt Verlag (2023)
359 Seiten : Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.