Drei sind einer zu viel

Ähnlich wie in Swansons früherem Werk "Die Unbekannte" (2014, Besprechung online) wird der Protagonist durch die Begegnung mit einer Person aus seinem früheren Leben mit Verbrechen, aber auch mit sich selbst und seinen Gefühlen konfrontiert. Henry Drei sind einer zu viel Kimball, ehemaliger Lehrer und Polizist, nun Privatdetektiv, wird von Joan Whalen mit der Beschattung ihres Ehemannes beauftragt. Henry erinnert sich im Laufe der Ermittlungen nicht nur an Joan als eine ehemalige Schülerin, sondern auch an ein Tötungsdelikt an seiner damaligen Schule und einen mysteriösen Badeunfall, der sich ebenfalls zu jener Zeit ereignete. Neben seinem eigentlichen Auftrag sucht er nun nach weiteren Details zu diesen beiden längst verjährten Fällen und stößt dabei auf einen anderen Schüler: Richard Seddon. Gibt es eine Verbindung zwischen Joan und Richard? Henrys Recherchen werden immer verzwickter, da der "Ehebrecher" Richard Whalen und seine "Geliebte" unvermittelt aus dem Leben scheiden. Inszenierter Selbstmord? Unterstützung bei der Klärung des Falls erhält Henry von Lily Kinter, die selbst eine kriminelle Vergangenheit hat. – Ein interessant entwickelter Krimi mit psychologisch gut gezeichneten Charakteren und Rückblicken eines auktorialen Erzählers, der nur Henry und Lily in der Ich-Perspektive erzählen lässt. Einzig die Beziehung zwischen Henry und Lily weist Schwachpunkte auf.

Margit Düing Bommes

Margit Düing Bommes

rezensiert für den Borromäusverein.

Drei sind einer zu viel

Drei sind einer zu viel

Peter Swanson ; aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb
Oktopus (2024)

348 Seiten
kt.

MedienNr.: 618499
ISBN 978-3-311-30063-2
9783311300632
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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