Die Schönheit des Kreisverkehrs
Joaquin arbeitet bei einem französischen Unternehmen, für das er Kreisverkehre gestaltet. Im Süden des Landes soll er ein Projekt vorstellen. Aus Angst um seinen Job verschweigt er seine Diabetes-Erkrankung, denn er schämt sich, hält es für Schwäche.
Die Firma schickt eine Mitarbeiterin der Unternehmenszentrale, die ihn begleiten soll, um dem dortigen Gemeinderat den Entwurf für einen neuen Kreisverkehr vorzustellen. Ein schräger Roadtrip beginnt: die Begleiterin stellt sich als gelangweilte Inhaberin des Unternehmens heraus, die die Fahrt hinauszögert und jeden Kreisverkehr mehrmals umrundet. Er denkt: "Nie werden wir aus diesem Kreis ausbrechen, wir werden für immer unsere Runden drehen ...". Dabei entwickelt sich zwischen ihnen eine merkwürdige Anziehung. Am Ende, nach einer herrlich satirischen Beschreibung der Gemeindesitzung, wird Joaquin zurückkehren zu seiner Frau und dem Leben, das ihn hindert, "sich seiner Angst vor dem Leben zu überlassen". Auch sie "wird an irgendeinen Ort der Zugehörigkeit zurückkehren". Sie sind Gefangene, haben aber gemerkt, dass es Träume gibt, die Wirklichkeit werden könnten. Die amüsante Geschichte ist breit einsetzbar. (Übers.: Lis Künzli)
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Schönheit des Kreisverkehrs
Dominique Paravel
Nagel & Kimche (2017)
172 S.
fest geb.