Lola im Spiegel
Ein namenloses Mädchen reist schon sein ganzes Leben lang mit seiner Mutter in Australien herum, meist wohnen sie im Auto, auf Schrottplätzen. Die Mutter lässt sich keine näheren Details über die Gründe der ständigen Flucht entlocken, erst am
18. Geburtstag soll dies ewige Versteckspiel ein Ende haben und damit auch der Hunger, “der Gestank, die Gewalt, die Angst, die Arbeit, Mums Drogenschmuggel für Lady Flo”. Doch trotz der desolaten Situation liebt das Mädchen seine Mutter und träumt von einer künstlerischen Karriere. Weil das Mädchen nach einem Namen für sich sucht, eine Identität finden möchte, haben Namen für sie eine große Bedeutung: zu jedem Namen, den sie kennenlernt, weiß sie die passende Bedeutung. Als ihre Mutter bei der Rettung eines Babys ertrinkt, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Identität und der Erfüllung ihres Traums. – Jedes Kapitel dieser wunderbar erzählten, herzzerreißenden Geschichte, die die Leser:innen packt und die ganzen 600 Seiten nicht loslässt, beginnt mit einer doppelseitigen Zeichnung der künftigen Künstlerin, die an ihren Traum glaubt und dadurch die Realität voller Gewalt und Elend, die sie umgibt, ertragen kann. Ein Roman, dessen Botschaft Hoffnung und der Glaube an Liebe ist.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Lola im Spiegel
Trent Dalton ; übersetzt aus dem australischen Englisch von Rita Gravert ; Illustrationen von Paul Heppell
Nagel und Kimche (2025)
623 Seiten : Illustrationen
fest geb.