Die Sonne stand tief, als ich meinen Vater fand

Der Ich-Erzähler versucht, seine Erinnerungen zusammenzusetzen: Er wurde als Kleinkind seinem schwarzen Vater weggenommen und von seinen weißen Großeltern großgezogen, die sich „Mom“ und „Dad“ nennen ließen und versuchten, das Kind seine Die Sonne stand tief, als ich meinen Vater fand Abstammung vergessen zu lassen. Doch irgendwann beginnt es, die Manipulationen und Kontrollen der Großeltern zu durchschauen und seine Herkunft zu rekonstruieren, wobei er sich seiner unzuverlässigen Erinnerungen und der Tatsache, dass er seine Traumata verdrängt hat, bewusst ist. - Ein eindringliches Bild vom Schwarz- und Weißsein in den USA und von der Suche nach der eigenen Identität. „Woher weißt du, wer du bist, wenn du dir nicht sicher sein kannst, wann und wie lange du irgendwo gewohnt hast?” McCrae ist Autor mehrerer Gedichtbände und entsprechend ist seine Prosa lyrisch und musikalisch mit vielen Wiederholungen und langen, verschachtelten Sätzen, assoziativ geschrieben, voller Fantasiebilder und ohne fortschreitende Handlung. Eine literarische Spurensuche mit einem sehr guten Druckbild und großartigem Cover.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Sonne stand tief, als ich meinen Vater fand

Die Sonne stand tief, als ich meinen Vater fand

Shane McCrae; aus dem Amerikanischen von Monika Baark
aufbau (2024)

282 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 618252
ISBN 978-3-351-03897-7
9783351038977
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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