Der Gärtner und der Tod
Der Vater stirbt. Schon einmal hat er sich durch seinen Garten von einer schweren Erkrankung scheinbar erholt. Gartenarbeit war für ihn Arbeit gegen den Tod. Jetzt aber geht es dem Ende zu. Sein Sohn und Ich-Erzähler beschreibt diesen Weg von der
Diagnose der Krankheit bis zu deren Ende. Der Vater, groß geworden im kommunistischen Bulgarien, hat sein Leben lang einen Garten gepflegt. Alles, was die Familie benötigte, wurde angebaut bzw. getauscht. Nun jedoch erlahmt die Kraft. Es ist ein Abschiednehmen vom Tun, hin zum Leiden, Erleiden und Hilfloswerden. Dazwischen gibt es aber immer wieder Erinnerungen an schöne, auch witzige Episoden aus der Kindheit, dem Bulgarien vor und nach der Wende und dem Familienleben. Erschütternd dennoch aber dann der Moment des endgültigen Abschiednehmens. Danach die Rituale des Begräbnisses, in denen die Lebenden auf die dauernde Abwesenheit des Verstorbenen eingestimmt werden. Gospodinovs Gedanken kreisen in seiner Trauerarbeit, ähnlich Gedankensplittern, sowohl um den eigenen Vater, sein Tun im Garten, als auch um andere literarische Vaterfiguren. – In manchen Passagen ist dieses sehr persönliche Buch eine emotional durchaus aufwühlende Auseinandersetzung mit Krankheit, Leiden, Abschied und Tod. Für Büchereien empfohlen!
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Gärtner und der Tod
Georgi Gospodinov ; aus dem Bulgarischen von Alexander Sitzmann
aufbau (2025)
239 Seiten : Illustrationen
fest geb.