Die verbotenen Wesen von Rustgate
Die Waise Nelly Emberwing arbeitet als Mädchen für alles bei der Familie Cunnigham. Sie ist froh, eine Anstellung zu haben und nicht auf der Straße leben zu müssen. Durch einen Zufall soll sie das Amt der Zofe bei der Tochter des Hauses übernehmen.
Doch wegen ihrer Neugierde und ihres „nicht standesgemäßen“ Betragens wird sie entlassen. Nun muss sie allein zurechtkommen. Sie findet eine Anstellung beim Zirkus der Stadt. Dieser hat viele magische Tiere und Menschen in seiner Show. Dort entdeckt sie, dass auch sie anders als „normale“ Menschen ist und dass der Direktor nicht so freundlich ist, wie es scheint. Schon bald muss sie sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht. – Nellys Abenteuer ist wie ein Ausflug in die Welt des Steam Punk. Die Technik ist sehr mechanisch und die Umgebung historisch. Der Zirkus erinnert an die Menschenshows während der Kolonialzeit, hier werden allerdings magische Wesen ausgestellt. Sie werden als Ausstellungsstücke betrachtet und ihre Gefühle und Bedürfnisse ignoriert. Sie dienen lediglich dazu, Geld zu verdienen. Nelly ist sehr empathisch und leidet mit ihnen. Sie kann nicht verstehen, dass es einen Unterschied macht, ob jemand anders ist oder nicht. Die Autorin schafft es, die Düsternis und die sozialen Unterschiede in Rustgate nachvollziehbar darzustellen. Der Auftakt einer neuen Trilogie ist für alle Bestände zu empfehlen.
Angela Hagen
rezensiert für den Borromäusverein.
Die verbotenen Wesen von Rustgate
Kira Gembri ; mit Illustrationen von Tobias Goldschalt
Arena (2025)
Nelly Emberwing ; [1]
307 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10