Das Mädchen aus dem Vinschgau
Luzia lebt mit ihren Eltern, Brüdern und der geistig behinderten Sofie auf einem armen Berghof. Sie verliebt sich in den Bauernsohn Toni, doch sie soll den brutalen Nachbarn Diethard heiraten, der die Familie aus ihren Schulden retten könnte. Sie
flieht, wird aber von Diethard verfolgt, der sie als "Besitz" beansprucht. - Mit viel Lokalkolorit schildert die Autorin die schwierige Situation der Landbevölkerung im Vinschgau des 15. Jh.: Aberglauben, Ablässe, Machtmissbrauch und auch die Ehrfurcht einflößende Landschaft. Die Gefühle und Ängste Luzias werden sehr ausufernd geschildert, ebenso diejenigen Sofies, was auf Dauer ermüdend auf den Leser wirkt. Das kitschige Cover lässt eher einen Heimatroman alter Art vermuten. Dennoch ein gut zu lesender und gut recherchierter Schmöker. Als leichte Unterhaltung einsetzbar.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Mädchen aus dem Vinschgau
Ursula Flacke
Bastei-Lübbe (2015)
Bastei-Lübbe-Taschenbuch ; 17215
494 S. : Kt.
kt.