Das tote Mädchen
Ein kleiner Ort in der Nähe von Marseille. Die 15-jährige Schülerin Emeline und ihre Freundin Christine werden in der Schule gemobbt, und zwar von den Kindern wichtiger, hochgestellter Persönlichkeiten (Polizeichef, Staatsanwältin …). Das Ganze
gipfelt in einer Vergewaltigung, in deren Folge Emeline sich umbringt. Die Polizistin Nadia wird auf den Fall aufmerksam und ermittelt mit wenigen Eingeweihten inoffiziell, unterstützt von ihrer Lebensgefährtin, der Journalistin Laura. Das Buch liest sich zwar flüssig, aber zugleich sind die Dialoge etwas sperrig. Und die Geschichte ist zuweilen etwas unrealistisch: Es gibt noch einige Morde, denn die reichen Eltern der fiesen Jugendlichen gehen über Leichen, um ihre Kinder zu schützen. Zudem treffen die Ermittelnden auf eine Mauer des Schweigens, denn die Jugendlichen haben nicht nur ihre Mitschüler/-innen, sondern auch die Lehrer und die Direktorin in der Hand. Fazit: Kann man lesen, muss man nicht.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Das tote Mädchen
Anna-Maria Aurel
Lübbe (2023)
Die Marseille-Morde
443 Seiten
kt.