Agatha Raisin und die tote Wohltäterin
In Piddlebury ist eine Frau zu Tode gekommen, die erst vor kurzem zuzog, sich hilfsbereit im Dorfleben engagierte, aber die seltsame Angewohnheit hatte, sich Gegenstände von anderen auszuleihen und sie nicht mehr zurückzugeben. So zieht sie sich
den Hass vieler Dorfbewohner zu. Die betrauern sie nicht allzu sehr, auch wenn augenscheinlich wird, dass sie vergiftet wurde. Die Polizei ermittelt, aber kommt kaum weiter. Jerry Tarrant von der Kirchenverwaltung beauftragt die eigenwillige Privatdetektivin Agatha Raisin, ihrerseits Ermittlungen aufzunehmen. Auch sie stößt bei ihren Befragungen von Einheimischen auf eine Mauer des Schweigens. Sie kommt mit einem eher merkwürdigen Feriengast in Berührung und das führt sie zu einem Schauplatz, auf dem früher Hexenrituale durchgeführt wurden. Beteiligt daran war, so findet Raisin heraus, die frühere Haushaltshilfe der ortsansässigen Adelsfamilie. Welche Rolle spielt die alte Dame im Rollstuhl, die ständig wünscht, man möge ihr vorlesen, und dabei einschläft? Ist sie viel rüstiger, als sie vorgibt? – Strukturell ist der Roman ein typischer Ladykrimi, der bewusst auf grausame oder verstörende Bilder verzichtet. Dass Raisins eigener Lebensentwurf zwischendurch ins Wanken gerät und sie eifersüchtig auf ihren Exmann ist, ersetzt über weite Strecken Schilderungen von Ermittlungsarbeit und tiefer reichender Hintergründe. Leichte Lektüre!
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Agatha Raisin und die tote Wohltäterin
M.C. Beaton ; aus dem Englischen von Sabine Schilasky
Lübbe (2025)
Agatha Raisin
252 Seiten
kt.