Der Kalligraph von Isfahan

Obwohl der Roman des renommierten iranischen Autors im 18. Jh. spielt, durfte er bisher nicht in seinem Heimatland erscheinen. So kam es, dass die Erstausgabe auf Deutsch herauskam. 1722 wird die altehrwürdige Stadt Isfahan von afghanischen Truppen Der Kalligraph von Isfahan belagert. Das Ende der Safawiden-Herrschaft, unter der Isfahan ein Zentrum der Gelehrsamkeit und Kunst war, zeichnet sich ab. Erzählt wird die lange Belagerung aus Sicht des 18-jährigen Allahyar. Er ist Enkel eines berühmten Kalligraphen, dessen Lebenswerk für einen weltoffenen und den Lebensfreuden wohlgesonnenen Islam steht. Die Entbehrungen, die die Belagerung mit sich bringt, sind schrecklich. Es kommt sogar zu Kannibalismus. Allahyar tauscht schließlich wertvolle Manuskripte gegen Mehl. - Cheheltan legt weniger Wert auf eine spannende Handlung als auf die gesellschaftlichen Reaktionen auf eine Extremsituation. Seine Kritik an den moralisch verkommenen Geistlichen dürfte auch auf die heutige Zeit zielen. Gerne empfohlen. (Übers.: Kurt Scharf)

Dietmar Adam

Dietmar Adam

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der Kalligraph von Isfahan

Der Kalligraph von Isfahan

Amir Hassan Cheheltan
Beck (2015)

347 S.
fest geb.

MedienNr.: 582431
ISBN 978-3-406-68345-9
9783406683459
ca. 22,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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