Atmen, bis die Flut kommt

Konrad schreibt und zeichnet Graphic Novels. Im Leben wie in seiner Kunst ist er von Außenseitern umgeben, ist selber auch einer. 17 Jahre lang hat er sich allein um seine behinderte Tochter Lio gekümmert, nachdem Paule, die Mutter, ihn und das Baby Atmen, bis die Flut kommt kurz nach der Geburt verlassen hat. Nun will er endlich sein eigenes Leben leben und fährt mit Lio von der Schweiz nach Norden an die Ostseeküste. Im Rückblick erzählt er von seiner Liebe zur unkonventionellen Paule und dem Kind, für das er sich verantwortlich fühlt. Dennoch schwankt er ständig zwischen Freiheitssehnsucht und den Fesseln seiner Existenz. Nachdem Lios ACGT-Syndrom diagnostiziert worden ist, macht er mit ihr alle erforderlichen Therapien. Immer wieder ringt er mit sich, möchte seine Freiheit, die Beziehung zu einer Frau, doch keine hält, da er sich von seinem Kind nicht trennen kann. Lio wird älter, hat Freunde und wird mit 17 schwanger. Erneut sieht Konrad die ganze Verantwortung auf sich zukommen und kann nicht mehr. Seine Sehnsucht nach Liebe ist so groß, dass es ihm gelingt, die Verantwortung abzugeben. - Sprachlich anspruchsvolle, einfühlsame Analyse der Beziehung zwischen einem Vater und seinem behinderten Kind, zugleich eine interessante literarische Auseinandersetzung mit der Gattung des Comics. Anspruchsvollen Lesern in größeren Beständen empfohlen.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Atmen, bis die Flut kommt

Atmen, bis die Flut kommt

Beate Rothmaier
Dt. Verl.-Anst. (2013)

395 S.
fest geb.

MedienNr.: 388977
ISBN 978-3-421-04495-2
9783421044952
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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