Wetter macht Liebe
Wie kommt es, dass Deutsche und Bewohner anderer Industrienationen im Dezember mehr Kinder zeugen als im ganzen übrigen Jahr? Das ist die Ausgangsfrage des kleinen Berichts, der dem Buch seinen Titel gegeben hat. 50 geophysikalische Erkenntnisse aus
der jüngsten Zeit werden hier in der Art von Zeitungskolumnen (erschienen auf Spiegel Online) mit einer griffigen Überschrift beschrieben, z.B. "Londoner Todesnebel" oder "Heiße Wunden der Erde". Es geht um Themen wie das Anwachsen oder Schrumpfen der Inselfläche Sylts, das Paarungsverhalten von Säugetieren (in der Titelgeschichte), um Nebelbildung und Vulkane. Es sind kleine Häppchen, bei denen sich der Autor auf jüngste Veröffentlichungen und Konferenzen und Gespräche mit beteiligten Wissenschaftlern bezieht. Wenn man in diesen Themen nicht tiefer bewandert ist - was vermutlich auf die meisten Leser zutrifft -, wird man das Außerordentliche dieser kleinen Berichte über die Fortschritte der Forschung nicht würdigen können. Auf vier Seiten im Durchschnitt kann man tiefer gehende Probleme eben nur anreißen und nicht komplett erklären. Insgesamt aber handelt es sich um eine anregende Lektüre für alle, die die neuesten Tendenzen im Bereich der Klimaforschung und Geophysik wissen wollen. Ab mittleren Beständen empfohlen.
Ruth Titz-Weider
rezensiert für den Borromäusverein.
Wetter macht Liebe
Axel Bojanowski
Dt. Verl.-Anst. (2017)
223 S.
kt.