Leidenschaft ist doch nicht alles

Eine junge Frau wird von ihrem Geliebten verlassen mit den Worten: "Leidenschaft ist doch nicht alles". Sie erinnert sich noch einmal an die Zeit ihres Kennenlernens, ihrer Leidenschaft, und schweift immer wieder und denkt an ihren Vater, an die Liebe Leidenschaft ist doch nicht alles zu ihm und die seine zu ihr. Diese enge Verbindung hat bisher ihr Leben geprägt. Die Beziehung zu ihrem Vater nimmt einen großen Teil des Buches ein. Mit großer Detailgenauigkeit wird die Ähnlichkeit der beiden beschrieben: "Die Vorliebe für Tragödien habe ich von ihm geerbt. Mir geht Intensität über alles, wie ihm. Über nichts ärgere ich mich mehr, als wenn man mir sagt: Du bist deinem Vater aber ähnlich." (S. 55) Die Autorin lässt den Leser in die Gedankenwelt der Protagonistin eintauchen und schafft eine Geschichte aus Vergangenem und Selbstreflexion. Der Roman besteht aus einem inneren Monolog, der sich nur auf Gefühle für ihren Vater bzw. für ihren Geliebten bezieht; gemeinsame Interessen, ein gemeinsames Leben oder Alltag kommen nicht zur Sprache. Es ist, als ob es ein Leben außerhalb der Leidenschaft - sei es Vater oder Geliebter - nicht gäbe. Liebhabern intensiver Beziehungsgeschichten empfohlen. (Übers.: Bettina Bach)

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Leidenschaft ist doch nicht alles

Leidenschaft ist doch nicht alles

Diane Brasseur
Dt. Taschenbuch-Verl. (2017)

dtv : premium
236 S.
fest geb.

MedienNr.: 588475
ISBN 978-3-423-26151-7
9783423261517
ca. 16,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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