Long live evil
Die todkranke Rae entflieht dem wahren Leben und landet in ihrem Lieblingsbuch. Wortwörtlich. Fortan muss sie als Charakter der in Blut getauchten Schönheit versuchen zu überleben, was durchaus herausfordernd ist, da ihr fast jeder nach dem Leben
trachtet. Dadurch, dass Rae aus der realen Welt stammt und mit klassischen Fantasy-Tropes vertraut ist, gelingt der Autorin eine intelligente Subversion. Auf einer Metaebene ist es so möglich, Themen wie Sexismus zu behandeln. Das Buch ist geprägt von scharfem Humor, gleichzeitig enthält die Lebensrealität der Protagonistin viel Schmerz und Einsamkeit, welche ebenfalls ihren Platz in der Erzählung finden. Der Beginn wirkt ein wenig verwirrend, bis die Lesenden mit der Funktionsweise der Welt vertraut sind, doch danach entspinnt sich eine mitreißende Geschichte. – Dieses Fantasy-Buch ist wie kein anderes, sowohl vom Konzept als auch in dem Ton, den es anschlägt. Dies dürfte nicht jeden ansprechen, für alle mit Sinn für Originelles ist an dieser Stelle aber eine große Leseempfehlung auszusprechen.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Long live evil
Sarah Rees Brennan ; aus dem Englischen von Kerstin Fricke
dtv (2024)
588 Seiten : Karte
kt.