Coram House
Alex Kelley schreibt True-Crime-Romane, ihr erstes Buch ging durch die Decke. Doch jetzt ist sie privat und beruflich an einem Tiefpunkt angekommen: Ihr Mann ist verstorben, weshalb sie ihr zweites Buch so schlecht recherchiert hat, dass Menschen zu
Schaden kamen. Da erreicht sie eine Anfrage: Sie soll ein Buch über Coram House schreiben, ein Waisenhaus, in dem die kirchlichen Verantwortlichen die Kinder nicht nur schlecht und zum Teil grausam behandelt, sondern auch sexuell missbraucht haben. Auftraggeber ist Alan Stedsan, ein pensionierter Rechtsanwalt, der an der gerichtlichen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle beteiligt war. Alex wühlt sich durch Berge von Unterlagen und stolpert bald über die erste Leiche. Am Ende ist der Täter eine Überraschung und die sympathische Protagonistin hat wieder zu sich selbst gefunden. – Ein sehr gut geschriebener und zum Festlesen geeigneter Krimi. Nicht zu blutrünstig, aber mit einem düsteren Hintergrund. Bei einer Lücke im Thrillerregal sehr empfohlen.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Coram House
Bailey Seybolt ; Deutsch von Susanne Goga-Klinkenberg
dtv (2025)
381 Seiten
kt.