Das Hotel am Fuße des Vulkans
Nachdem sie schon genügend Probleme hat mit der Vergangenheit ihrer Mutter, einer gesuchten angeblichen Terroristin, verliert Irene im Alter von 27 Jahren auch noch ihren Mann und ihren kleinen Sohn durch einen Unfall. Verzweifelt will sie von der
Golden Gate Bridge springen, doch wird ihr plötzlich bewusst, wie kostbar das Leben ist. So macht sie sich ziellos auf den Weg nach Nirgendwo. Sie landet in einem fiktiven Dorf namens Esperanza in Mittelamerika mit einem See, einem gefährlichen Vulkan und üppiger Vegetation, wo sie in einem Hotel mit einem fantastischen wilden Garten und einer Besitzerin namens Leila Zuflucht findet. Irene fühlt sich in ein Märchen versetzt, Hotel und Garten wirken wie ein Paradies, sodass sie durch die Freundschaft mit Leila dem Zauber des Ortes verfällt und zu bleiben beschließt. Inspiriert von der Natur, den Vögeln und den Menschen im Ort „La Esperanza“ und den Weisheiten der Besitzerin Leila, kommt allmählich die Lebensfreude zurück. Ihr Drang zu malen wird groß und sie lernt wieder, sich anderen Menschen zu öffnen und die Liebe zu erleben. Doch trotz der „betörenden Schönheit“, die sie umgibt, lässt ihre Vergangenheit sie nicht los. - Ein herzerwärmender Roman mit der Botschaft, das Leben mit seinen Tragödien und Schicksalsschlägen anzunehmen und weiterhin das Positive und Schöne im Leben zuzulassen. Wunderschöne Landschaftsbeschreibungen und hübsche Vignetten machen die Lektüre zum Vergnügen, selbst wenn es einige Längen gibt. Sehr empfohlen.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Hotel am Fuße des Vulkans
Joyce Maynard ; übersetzt aus dem Englischen von Judith Elze und [einer weiteren]
Diederichs (2023)
494 Seiten : Illustrationen
fest geb.