Transition
Karl und seine Frau Genevieve sind gebildet und haben gute Jobs. Sie arbeitet als Grundschullehrerin, er als Ghostwriter für akademische Arbeiten und als Produktrezensent für Produkte, die er nicht kennt. Trotz des doppelten Einkommens können sie
kaum die Miete für ihre winzige Stadtwohnung aufbringen, geschweige denn an Kinder denken. Karl macht Schulden und versucht, sich durch Steuerbetrug aus der Affäre zu ziehen, doch er wird erwischt und zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Dem kann er nur entgehen, wenn er zusammen mit Genevieve an einem Selbstoptimierungsprogramm namens "Transition" teilnimmt. Transition ist eine Organisation, die speziell für eine Generation gegründet wurde, "die von bislang nie da gewesenen Ausbildungsmöglichkeiten und jahrzehntelangem Frieden profitiert hatte und dennoch entschlossen schien, sich durch Kleinkriminalität, Alkoholmissbrauch und finanzielle Inkompetenz selbst zu ruinieren; eine Generation ... die keinen wie auch immer gearteten Beitrag zur Gesellschaft mehr leistete und immer allen anderen die Schuld dafür gab ...". Karl und Genevieve leben sechs Monate lang bei ihren Mentoren, die ihre Finanzen kontrollieren. Doch immer häufiger geschehen seltsame Dinge, Karl kommen Zweifel und er findet das eigentliche Ziel der Organisation heraus. Das Problem ist jedoch, dass Genevieve sich immer weiter von ihm entfernt, bis es zur Katastrophe kommt. Ein brisantes, hochaktuelles Thema: Immer mehr junge Paare verschulden sich hoch und fallen auf dubiose Angebote herein. Eine beklemmende utopische Geschichte für an gesellschaftlichen Problemen interessierte Leser. (Übers.: Karl-Heinz Ebnet)
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Transition
Luke Kennard
Droemer (2017)
329 S.
fest geb.