Lebensbande
Anfang der 1930er-Jahre arbeitet Nora als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeklinik Bonn, wo sie hautnah miterlebt, wie die behinderten Kinder mit Medikamenten vergiftet werden. Bei ihrer Aktion, den Sohn ihrer Kusine zu retten, erschlägt sie
den Chefarzt der Klinik. Der Verdacht fällt auf Leos Mutter Lene, die sich zu der Tat bekennt, um Nora zu schützen. Doch Lenes Mutter verrät Nora. Damit beginnt Noras langer Leidensweg: Als sie längst in Danzig arbeitet, wird Nora drei Jahre nach der Tat von den Nazis verhaftet und landet nach der Machtübernahme der Roten Armee zusammen mit ihrer neuen Freundin Lotte in einem Gulag, wo Lotte stirbt und Nora unter Lottes Namen nach Kühlungsborn zurückkehrt. Anfang der 1990er-Jahre macht ein Neffe von Lotte Nora ausfindig und Nora stellt sich ihrer Vergangenheit, indem sie für ihn ihre Geschichte aufschreibt. – Borrmann erzählt die Geschichte ihrer sensibel gezeichneten Protagonistin im Wechsel zwischen dem personalen Erzählstil der Gegenwart und der in kursiv gedruckten Ich-Erzählung der Vergangenheit. Nach Aussage der Autorin beruht diese fiktive Geschichte im Kern auf wahren Begebenheiten. – Allen Büchereien zu empfehlen!
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Lebensbande
Mechtild Borrmann
Droemer (2025)
281 Seiten
fest geb.