Lebensbande
Nahe der holländischen Grenze liegt der Bauernhof von Lenes Eltern, die sich als Schwiegersohn einen kräftigen Bauern wünschen. Doch Lene verliebt sich in den Holländer Joop, der als Schreiner arbeitet. Er passt Lenes Eltern nicht, sie schicken
ihre Tochter nach Ratingen, wo sie als Haushaltshilfe arbeitet. Schließlich bandelt Lene aus Frust mit dem Eisenbahner Franz Krähler an und wird schwanger. Sie heiraten und bald folgt auf Sohn Leo ein Zwillingspaar. Das Familienleben ist schwierig, denn Leo ist bedingt durch Sauerstoffmangel während der Geburt leicht entwicklungsverzögert. Als der Bahnbeamte bei einem Arbeitsunfall stirbt, muss die junge Witwe ihre Familie allein über Wasser halten. Das gelingt ihr, bis sie mit Leo zum Arzt muss und der den Jungen bei den Behörden als „Reichsausschusskind“ meldet. Lene wird das Sorgerecht für ihn entzogen und Leo kommt ins Heim. Zum Glück arbeitet in der Anstalt Lenes Cousine Nora als Krankenschwester und behält Leo im Blick. Sie kann seine Verlegung in eine „spezielle Einrichtung“ verhindern. Obwohl Noras direkte Beteiligung an der gefährlichen Rettungsaktion nicht auffliegt, wird sie nach Danzig versetzt, wo sie auf Lieselotte trifft. Zuerst kommen die beiden nicht gut miteinander klar. Erst nach Kriegsende, als sie in russische Gefangenschaft geraten, überleben sie den Gulag nur dank ihres Zusammenhaltes, bis sie im Jahr 1953 eine Entscheidung treffen, die beider Leben entscheidend beeinflusst. Eindrücklich und berührend verknüpfen sich die Ebenen und zeigen, welche Auswirkungen Entscheidungen über die Jahre hinaus haben können. Vera Teltz und Johanna Zehendner geben der Geschichte zwei sehr ausdrucksstarke und fesselnde Stimmen. Das Hörbuch ist für alle Büchereien sehr zu empfehlen.
Leoni Heister
rezensiert für den Borromäusverein.
Lebensbande
Mechtild Borrmann ; gelesen von Vera Teltz und [einer weiteren]
argon hörbuch (2025)
1 mp3-CD (circa 420 min)
mp3-CD