Die Stauffenbergs
Die 1913 in Bamberg geborene Diplomatentochter Nina Lerchenfeld wächst in liebevollen Verhältnissen erst bei ihren Eltern, später in einem damals modernen Mädcheninternat auf. Auf einem Ball ihrer Tante lernt sie 1930 ihren späteren Mann, Claus
Schenk Graf von Stauffenberg kennen, der einer der führenden Köpfe des gescheiterten Attentats auf Hitler werden sollte. Claus von Stauffenberg wird als ein schon als Kind sensibler Mensch dargestellt, der ein liebender Ehemann und Vater wird. Auch seine berufliche Entwicklung vom anfänglich vom Nationalsozialismus Überzeugten bis hin zum vom eigenen Gewissen geplagten Offizier und schließlich Attentäter stellt Roth überzeugend realistisch dar, ohne dass damit einhergehende bedingungslose Verständnis seiner Frau für seine Tat außer Acht zu lassen. Vor dem sehr gut recherchierten politischen Hintergrund und mit viel Wissen über die biografischen Daten der familiären Verhältnisse der von Stauffenbergs entwickelt Roth einen sehr emotionalen Liebesroman, wobei sie einräumt, auf künstlerische Freiheit angewiesen zu sein. Im Anhang des Buches findet sich ein Glossar mit näheren Informationen zu den im Roman erwähnten Personen und Ereignissen.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Stauffenbergs
Charlotte Roth
Droemer (2024)
413 Seiten
kt.