Unheimliche Gesellschaft

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sucht die Familie Mann Zuflucht in der Schweiz und lässt sich 1933 in Küsnacht bei Zürich nieder. Doch die Sicherheit, in der sich der Schriftsteller wähnt, ist trügerisch: Der lange Arm der Gestapo Unheimliche Gesellschaft reicht über die Grenzen Deutschlands hinaus. Agenten sind dem Nobelpreisträger und seinem Umfeld auf der Spur. Zuerst wird Katja Mann in einen rätselhaften Verkehrsunfall verwickelt, dann kommt es zu einem Anschlag und schließlich zu einer Entführung. Der Schriftsteller und sein Gehilfe, der litauische Übersetzer Miuleris, ermitteln beherzt, wie schon in Nidden auf der Kurischen Nehrung (s. "Gefährliche Betrachtungen", BP/mp 25/394), als bewährtes Sherlock-und-Watson-Tandem. – Auch im zweiten Band verbindet der Autor biografisch belegbare Angaben (Exil in der Schweiz, Probleme im neuen Umfeld, Positionierung zur Lage im Deutschen Reich) mit historischen Fakten (politische und gesellschaftliche Situation um 1930, Umgang mit Flüchtlingen) und fiktiven Episoden zu einem vielschichtigen Figuren- und Zeitporträt. – Der spannende Roman wird für alle Bestände sehr gern empfohlen.

Gertrud Plennert

Gertrud Plennert

rezensiert für den Borromäusverein.

Unheimliche Gesellschaft

Unheimliche Gesellschaft

Tilo Eckardt
Droemer (2025)

287 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 621309
ISBN 978-3-426-56021-1
9783426560211
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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