Vor hundert Sommern
Elisabeth ist 94 und zieht ins Altenheim nach Hamburg. Tochter Anja und Enkelin Lena lösen ihre Berliner Wohnung auf und stoßen dabei auf Erinnerungen, die bisher ein dunkles Geheimnis waren. So beginnt Elisabeth zu erzählen von ihrer Tante Clara,
die als Flaschenspülerin arbeitete, später einen Hundesalon führte und deren große Liebe ein russischer Kommunist war. Auch Lena, die sich immer ausgeschlossen fühlt, beginnt in einem Hundesalon zu arbeiten. Anja entdeckt in der Bibliothek, in der sie arbeitet, aktuelle judenfeindliche Nachrichten. – Autorin Katharina Fuchs verwebt Vergangenheit mit Gegenwart, dabei schneidet sie viele politische Themen und Ängste an. Der Erzählstrang in der Vergangenheit ist sehr spannend – zumal er auf wahren Begebenheiten beruht –, die heutige Zeit könnte dagegen etwas weniger ausführlich sein. Das Buch reicht nicht ganz an die bisherigen Erfolge der Autorin heran, wird aber bestimmt ebenfalls seine Fans finden.
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Vor hundert Sommern
Katharina Fuchs
Droemer (2025)
542 Seiten
fest geb.