Die Rache der Träumerin
Dies ist der vierte Band (1986) einer zehn Romanen umfassenden Reihe, von der bisher drei ins Deutsche übersetzt wurden. Hier ermittelt ein alternder, müder und doch engagierter und weiser Kommissar, der in seinem Viertel in Barcelona zu Hause ist
und die kleinen Ganoven kennt. Ein Mord, den er eigentlich nicht bearbeitet, lässt ihn witternd eine Spur aufnehmen. Protagonist und Geschichte sind gut gestrickt, doch etwas stört: die im Klappentext euphemistisch "rau" genannte Sprache. Pornographischer Stil wurde dem Autor vom Franco-Regime vorgeworfen, was nicht unbedingt zitierwürdig ist. Doch man fragt sich, ob er schon damals mit fast jedem Satz ins Sexuelle abgeglitten ist. Frauen werden auf ihre Körperteile und möglichen Künste im Bett reduziert, Männer auf ihre Potenz, Homosexuelle abwertend auf ihre sexuellen Praktiken. Empfehlung? Ja, da Protagonist und Geschichte gut sind. (Übers.: Sabine Giersberg)
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Rache der Träumerin
Francisco González Ledesma
Ehrenwirth (2011)
300 S.
fest geb.