Jenseits der Ngong Berge
Ihr Leben auf der Farm in Kenia, damals noch British East Africa, ist vielen Leser:innen durch Tania Blixens Aufzeichnungen "Jenseits von Afrika" (oder den gleichnamigen Film) bekannt. Das vorliegende Werk verzichtet auf Klischees und zeichnet ein
differenziertes Bild der außergewöhnlichen Frau: Baronin Blixen ist willensstark und selbstbewusst, zugleich aber auch fragil und verletzlich. Sie kämpft gegen Rassismus und engagiert sich für die Rechte ihrer schwarzen Angestellten, genießt aber gleichzeitig die Privilegien der weißen Oberschicht und liebt den Luxus. 17 Jahre verbringt sie als Herrin auf ihrer Farm am Fuße der Ngong Berge. Es sind erfüllte Jahre, die sie, trotz aller Schwierigkeiten und Verluste, im Rückblick als ihre glücklichsten betrachtet. Finanziell ruiniert und von schwerer Krankheit gezeichnet, kehrt sie in ihre Heimat Dänemark zurück. Dort erhält sie Besuch von einer jungen US-Journalistin. Aus dem geplanten Interview entwickelt sich ein langes Gespräch, das der Romanbiografie die narrative Struktur verleiht. – Eine fesselnde Lektüre, die sehr gerne empfohlen wird.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Jenseits der Ngong Berge
Maren Gottschalk
Goldmann (2024)
477 Seiten
fest geb.