Schuhhaus Pallas
Ein Zufall bringt den Stein ins Rollen: Amelie Fried erfährt, dass Mitglieder ihrer Familie im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben gekommen sind. Was nun beginnt, ist eine insgesamt dreijährige Recherche über das Schicksal der jüdischen Familie
Fried, deren Ergebnisse die Autorin in diesem Buch zusammengefasst hat. Nach und nach wird dabei zutage gefördert, mit wie viel Mut und Einfallsreichtum sich Großvater und Vater Fried gegen die Schikanen der Nazis zur Wehr gesetzt haben. Ein Unterfangen, das letztlich nicht von Erfolg gekrönt war. Auf ihrer Reise in die Vergangenheit erfährt die Autorin, die sich bis zu diesem Zeitpunkt nie mit der eigenen Familiengeschichte beschäftigt hatte, von Verwandten, die in Konzentrationslagern ihr Leben lassen mussten, und viele andere grausame Geschichten, die so lange im Verborgenen lagen. Die Art und Weise in der Amelie Fried den Leser an ihrer persönlichen Aufarbeitung der Vergangenheit teilnehmen lässt, ist dezent und eindringlich zugleich. Das Grauen der Nazizeit wird am Beispiel einer konkreten Familie Realität. Das Buch kann all denen empfohlen werden, die sich ein Bild davon machen möchten, wie es damals wirklich gewesen ist.
Susanne Holzapfel
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Schuhhaus Pallas
Amelie Fried
Hanser (2008)
183 S. : Ill.
fest geb.