Vorübergehend nicht erreichbar
Einar sitzt wegen Drogenhandels in Untersuchungshaft, seine Geliebte Eva kämpft trotz ihrer Abhängigkeit um ihre beiden Kinder, die aus ihrer gescheiterten Ehe stammen. Den beiden, die sich erst seit Kurzem kennen, bleibt nur der Briefwechsel, um
in Kontakt zu bleiben. Sie erzählen einander ihr Leben, wie sie in die Sucht geraten sind, ihre Entziehungskuren, die Treffen der Anonymen Alkoholiker, aber vor allem schreiben sie von ihrer Liebe und dem festen Willen, von der Sucht loszukommen. Als Einar entlassen wird, glaubt niemand, dass die beiden abstinent bleiben, aber sie schaffen es. - Eine ergreifende Liebesgeschichte, verbunden mit eindringlichen Schilderungen, was die Sucht aus dem Menschen macht, wie sie Familien und Leben zerstört. Der Autor erhielt die anrührenden, poetischen Briefe seines Namensvetters und Evas nach dessen Haftentlassung und sah sich mit seinem eigenen Alkoholproblem konfrontiert. Schreibend beginnt er nachzudenken; das Geschichtenschreiben wird seine Therapie. Eine besondere Empfehlung für Leser, die sich für das Schwerpunktland Island der diesjährigen Buchmesse interessieren. (Übers.: Angela Schamberger u. Wolfgang Butt)
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Vorübergehend nicht erreichbar
Einar Már Guðmundsson
Hanser (2011)
332 S.
fest geb.