Die halbe Sonne

Beginnend mit dem Tod des Vaters, der am Ende seines Lebens aus Schweden in seine griechische Heimat zurückgekehrt ist, um nach der Militärdiktatur die medizinische Fakultät wiederaufzubauen, erinnert sich der in Schweden lebende Sohn an Szenen Die halbe Sonne aus dem gemeinsamen Leben. Er versucht, aus einzelnen Erinnerungen ein Gesamtbild seines Vaters zusammenzusetzen, sucht nach Spuren der vielen Aufbrüche und Umzüge des Vaters, der immer Sehnsucht nach Griechenland hatte. Er, der Sohn, der keine Lust hatte, die Vatersprache richtig zu erlernen, da die Mutter Österreicherin ist, weiß, dass er die väterlichen Erwartungen nicht erfüllen kann. Er erinnert sich auch an die liebevolle und verständnisvolle Ehe der Eltern, an den griechischen Optimismus des Vaters und den Versuch der Mutter, sich "schwedische Tugenden anzueignen", daran, dass ihm immer bewusst war, dass sein Vater anders als die anderen schwedischen Väter war. Ihm wird bewusst, dass der alte kranke Vater nicht "weniger er selbst war als früher". Auch die religiösen und politischen Einstellungen, das Engagement für Demokratie, kommen zur Sprache: "Ob Maßhalten in Griechenland jemals funktionieren wird?" Dazwischen gibt es Reflexionen über das Erinnern. Eine sehr poetische Hommage an den Vater für anspruchsvolle Leser, die sich für Familiengeschichten, für Einwandererprobleme und für Griechenland interessieren. (Übers.: Paul Berf)

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Die halbe Sonne

Die halbe Sonne

Aris Fioretos
Hanser (2013)

191 S.
fest geb.

MedienNr.: 380209
ISBN 978-3-446-24121-3
9783446241213
ca. 18,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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