Die Wut ist ein heller Stern
Hedda ist Anfang 20 und arbeitet als Akrobatin im Alkazar, einem der halbseidenen Varietés in Hamburg der 30er-Jahre. Doch Hitler ist an der Macht und damit ändert sich alles. Die eingeschworene Gemeinschaft der Varietékünstler gerät unter Druck.
Hedda fällt als Akrobatin unter die Kategorie leichtes Mädchen und ihr droht, als moralisch verkommen zu gelten. Damit steigt die Gefahr, abgeholt, eingesperrt und zwangssterilisiert zu werden. Doch Hedda ist eine, die weiter macht, die Pläne hat, die sich durchbeißt. Sie will weg, doch da sind ihr großer Bruder Jaan und ihr kleiner Bruder Pauli, der leicht behindert und deshalb natürlich ebenfalls sehr gefährdet ist. Ein sprachgewaltiger Roman, komplett aus Heddas Sicht geschrieben, mit einem ganz besonderen Stil – kein Buch zum Runterlesen, aber eines, das unter die Haut geht. Empfehlenswert.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Wut ist ein heller Stern
Anja Kampmann
Hanser (2025)
494 Seiten
fest geb.