Die Heilung von Luzon
Drei Paare treffen auf einer philippinischen Insel aufeinander – nicht die Lust, am Strand zu liegen, hat sie dorthin getrieben, sondern schiere Verzweiflung. "Wir können nichts mehr tun" waren die Worte der Ärzte für jeweils einen von ihnen und
so suchen sie die Hilfe von Bon Sato, einem Heiler, der Operationen ohne Skalpell vornimmt. In der Enge des Resorts treffen Krankheit, Krisen und unerfüllte Sehnsüchte aufeinander, sodass die Reise weniger zur spirituellen Erleuchtung als zum Kammerspiel über Selbsttäuschung wird. – Aus den unterschiedlichen Perspektiven der Hauptfiguren geraten die Geschehnisse immer wieder ins Wanken, und dennoch bleibt alles systematisch durchdacht. Das Werk birgt bis zum Schluss Überraschungen, die ihm zusätzliche Tiefe verleihen. "Ein kluger, spöttischer und bei allem Witz auch nachsichtiger Roman, der die zahlreichen Details feiert, die Paare miteinander verbinden", so Meike Feßmann von Deutschlandfunk Kultur – und dem ist nichts hinzuzufügen. – Für alle Bestände geeignet.
Jutta Weber
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Heilung von Luzon
Karl-Heinz Ott
Hanser (2025)
331 Seiten
fest geb.