Wut
Wut hat zum einen eine Schutzfunktion, weil sie vor Grenzüberschreitungen warnt, zum anderen aber wird sie, verursacht durch unser Erleben, unsere Empfindungen und Erfahrungen zum Auslöser von destruktiven Reaktionen. Weit ausholend und mit zahlreichen
Beispielen seziert der Autor die Auslöser der Wut und ihre Typen sowie die Illusion, dass Wut etwas mit Durchsetzungskraft zu tun hat, und beschreibt, wie sich unterdrückte Wut auf die Gesundheit auswirkt. Er zeigt, wie wir unsere selbst erzählten Lebensgeschichten auf die Wirklichkeit projizieren und wie Wut zu einer identitätsstiftenden Bewegung werden kann, aber auch zu einem Spiel mit dem Feuer, das die Demokratie gefährdet. Wut lässt sich zwar nicht abschaffen, aber um uns vor den desaströsen Reaktionen zu schützen, brauchen wir einen Perspektivwechsel. Zahlreiche Tipps wollen dieses Umdenken bewirken, die das Gefühl von den wütenden Reaktionen trennen. Das Buch ist keine Gebrauchsanweisung, wohl aber ein Versuch mit Hilfe der Tipps sich von den wütenden Reaktionen zu befreien.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wut
Robert Burdy
Herder (2026)
255 Seiten
kt.