Remain
Eine interessante Geschichte, die verschiedene Genres miteinander verbindet: Romanze trifft auf übernatürliche Phänomene und regt immer wieder dazu an, zu hinterfragen, was real ist – und was nicht. Im Mittelpunkt steht der Architekt Tate Donovan,
der nach einem schweren Schicksalsschlag und einem anschließenden Klinikaufenthalt erst langsam wieder ins Leben zurückfinden muss. In dieser Phase nimmt er den Auftrag seines Kindheitsfreundes Oscar an, dessen Ferienhaus auf Cape Cod zu gestalten und den Bau zu überwachen. Dort begegnet er Wren, der Besitzerin eines Bed & Breakfast. Sie ist die erste Frau seit Langem, die es schafft, Tate dazu zu bringen, sich zu öffnen und sich wirklich mit seinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Ab diesem Punkt entfaltet sich der besondere Genre-Mix des Romans: Die Autoren Sparks und Shyamalan nehmen uns mit auf eine Reise zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen realer und surrealer Welt. Es dauert etwas, bis die Handlung richtig Fahrt aufnimmt, da sich die erste Hälfte stark darauf konzentriert, wichtige Hintergründe und Zusammenhänge zu vermitteln. Dennoch liest sich das Buch angenehm flüssig. Besonders gegen Ende gewinnt die Geschichte deutlich an Tempo und erweitert die Liebesgeschichte sowie die übernatürlichen Elemente um eine spannende, fast krimiartige Komponente. Das Ende lässt zudem auf eine Fortsetzung hoffen. Alles in allem ein ungewöhnlicher Roman – vor allem für Fans der beiden Autoren. Es macht Spaß, die Zusammenarbeit zu verfolgen und die jeweiligen Einflüsse zu erkennen. Man sollte keine hochdramatische Literatur erwarten, bekommt dafür aber das perfekte Buch für ein entspanntes Wochenende.
Isabel Sedlmair
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Remain
Nicholas Sparks mit M. Night Shyamalan ; aus dem Amerikanischen von Astrid Finke
Heyne (2025)
382 Seiten
fest geb.